30. Dez, 2017

Titel 0185 Du stehst an deinem Fenster.

Du stehst an deinem Fenster. Der Tag neigt sich seinem Ende entgegen. Orangefarben ziehen die Wolken am Himmel entlang. Dahinter die Sonne. Und wie seltsam, der sichelförmige Mond, als erstes Zeichen der kommenden Nacht. Das Treiben in den Straßen lässt nach. Und so heiß wie der Tag war, je jünger die Nacht, je kühler der Asphalt. Kein Flimmern mehr. Aus der Ferne und den Bäumen am Straßenrand; endlich sind die Vögel wieder zu hören. Es ist schön. Jetzt ist es schön. Du öffnest das Fenster, kühle Abendluft dringt herein. Eine Wohltat. Langsam ziehst du die Gardine wieder zu. Sie weht ein wenig, so wie auch draußen das Lüftchen, das abendliche. Du nimmst auf der Couch Platz und schaust, wie ich auf dich zukomme, den Wein auf den Tisch stelle, ihn eingieße in unsere Gläser. Ich setze mich auf deine Knie, deinen Schoß. Welche Ironie, sonst ist es genau andersherum! Mit deinen Händen fährst du durch mein Haar. Du lächelst mich an, küsst mich, beisst mir sanft ins Ohr.
"Strippe für mich!", sage ich zu dir. Du musst lachen. War wohl doch nicht so ernst. Wir lachen beide. Ich freue mich schon darauf. Du sagst aber.“ein anderes Mal“. Da fängst du auf einmal  an, zu erzählen, was ich schon weiß und was ich noch nicht wusste. Wie es begann, unser Kennenlernen, unsere erste Nacht, unser erster gemeinsamer Orgasmus. Von den Wochen die vergehen, unsere Träume... Und und und...Nichts lässt Du aus. Immer wieder sagst du, meine liebe ?,zum mir,  die Zukunft kann ich mir vorstellen. Irgendwie schon. Immer noch sitze ich auf deinen Knien. Wir tauschen die Plätze. "Hör nicht auf, erzähle weiter über dich, mich, uns...", bitte ich dich. Wundervolle Minuten, wie immer in deinen Armen, zwischen deinen Beinen, auf und unter dir. Unheimliche Hitze in uns. Dein Schrei verfliegt in der Nacht. Die Tränen des Glücks verschwinden. Wer weiß wohin?
Schweiß in unseren Kniekehlen, auf dem Rücken, ja überall.
Der Wein ist ausgetrunken, draußen ist es dunkel und wir liegen seit einer Stunde auf dem auf dem Boden. Du schaust mich an. "Ich mach Fotos von dir!", fällt mir plötzlich ein.
Ich hole die Kamera, und baue mich vor dir auf. Du liegst noch immer auf dem Teppich. Ich kann stehen wo ich will, du meine süße ?, ich finde dich von allen Seiten wunderbar!"
Deine Augen funkeln. Da macht es klick! "Schon passiert?", frage ich erstaunt. "Ja" "Wie wird es werden? Was hast du abgelichtet? Meinen Busen, meinen Bauch, meinen Kopf, meine Scham?" "Dein Gesicht. Tatsache sagte ich, nur mein Kopf ist zu sehen. Meine Haare, meine Augen, der Mund. Nur der Kopf! Wie gesagt! Es gefällt mir was ich sehe.
Und nun ist es spät, wir liegen in deinem Bett,  du schaust dir alle Bilder an. Der Reihe nach. Du  schmunzelst. Deine eine Hand liegt auf meinem Bauch. Ab und zu mich streichelnd.
"Sieh mal das Grübchen dort. Hast du schon gesehen? Da ist ein Leberfleck.", wunderte es  dich . Wirklich. Da hinten ist ein Grübchen. Ich wusste davon. Ich sehe es trotzdem zum ersten Mal. Und den Leberfleck sehe ich nur, wenn ich mich verrenke. Schön, denke ich. "Sehr schön!", sage  ich. Wir lieben uns,

 

©JSCH