8. Aug, 2017

Verrat

Verrat

Im Deutschen ist „Verrat“ von „Betrug“ und „Täuschung“ abzugrenzen. Nach Brockhaus (Brockhaus, Bd. 23, 218) meint „Verrat“: „durch falschen Rat irreleiten“, „treuloses Handeln“, „schwerer Treuebruch“, „Preisgabe“, „treulose Mitteilung (von Geheimnissen)“. Betrug wird demgegenüber definiert als „Vermögensdelikt, das begeht, wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Täuschung einen Irrtum erregt oder unterhält und den Irrenden zu einer Vermögensverfügung veranlasst“ (Brockhaus, Bd. 3, 246). Die Täuschung kann ein Tatbestandsmerkmal des Betruges sein und wird beschrieben als „bewusste Irreführung, die auf Vorstellung und Handeln eines anderen in einem bestimmten Sinn einwirken soll“ (Brockhaus, Bd. 21, 589).

Im Folgenden wird demnach „Verrat / verraten“ in den oben genannten Definitionen untersucht („durch falschen Rat irreleiten“, „treulos handeln“ und „treulose Mitteilung“ beziehungsweise „das Aufdecken von Geheimnissen“), so dass diesem Lexem immer etwas Negatives anhaftet. Dass man im Deutschen „verraten“ auch eher neutral im Sinne von „berichten / erzählen“ verwenden kann, wird hier nicht berücksichtigt.